Im Überblick
Zinssatz
Leitzins EZB: 0,00 % (seit 16.03.2016)
Int. Banken
Der Markt für Festgeld bietet eine Menge an unterschiedlichen Angeboten. Hier haben wir die wichtigsten Infos gesammelt und informieren Sie regelmäßig über neue Entwicklungen rund um das Thema Festgeld.
Ihnen gefällt das Informationsangebot von Festgeld-Test.com? Unser Mix aus Hinweisen auf die aktuellen Zinsen für Festgeld und volkswirtschaftliche Analysen, damit Sie Ihre Strategie optimieren können? Dann freuen wir uns, wenn Sie uns weiter empfehlen!

Hier wurde ein paar Wochen nichts mehr gepostet, aber jetzt ist unsere Sommerpause beendet – und wir möchten uns auf die Suche nach neuen Festgeldangeboten machen. Angesichts der berechtigten Kritik an Niedrigzinsen, die unter der Inflationsrate liegen (ein skandalöser Zustand, der an Enteignung grenzt), gibt es für unsere Redaktion viel zu tun! Bleiben Sie uns also treue und freuen Sie sich auf neue, investigative Beiträge zum Thema Festgeld.

Obama ist schon wieder weg, der Medienhype klingt ab. Ein nicht uninteressantes Wirtschaftsthema wurde von ihm in seiner Rede vor dem Brandenburger Tor nur gestreift, ist aber einen Blogpost wert – die Freihandelszone zwischen den USA und der Europäischen Union, über die gerade gespochen wird. Wann soll sie kommen? Das dürfte noch einige Jahre dauern, aber alleine die Idee, so etwas ernsthaft anzugehen, ist erst einmal begrüßenswert.

Was ist mit dem Transatlantisches Freihandelsabkommen gemeint?

Hierunter versteht man einen völkerrechtlichen Vertrag zwischen zwei Subjekten, also Staaten oder Staatenverbunden, um den Handel zu stimulieren. In der Europäischen Union haben die Nationalstaaten ihre Souveränität über den Außenhandel schon lange an die EU-Kommission abgegeben, daher wären hier einzelstaatliche Freihandelsabkommen auch gar nicht mehr realisierbar.

Ein Freihandelsabkommen geht über die sogenannte Zollunion (Wegfall von Zöllen) hinaus. Es werden auch Standards angeglichen und non-tarifäre Handelshemmnisse abgebaut. Solche können in unterschiedlichen Sicherheitsanforderungen an elektronische Geräte, in der Auszeichnung von Lebensmitteln, Umweltschutzvorschriften und auf vielen weiteren Feldern auftauchen.

Auch die Vergabe staatlicher Aufträge (Ausschreibungen) kann innerhalb einer Freihandelszone harmonisiert werden – und so Unternehmen aus allen Mitgliedstaaten eine Teilnahme ermöglichen. In der EU sind staatliche Auftraggeber verpflichtet, Ausschreibungen aber einer bestimmten Größe europaweit auszuschreiben.

Was bring es und wem nützt es?

Volkswirte sind in der Regel der Meinung, dass Freihandelsabkommen langfristig allen Parteien nützen. Sei es, dass Exportmärkte erschlossen werden können, sei es, das günstige Importe das Warenangebot im Land vergrößern, die Lebenshaltungskosten der Menschen und Investitionskosten der Unternehmen reduzieren. Kurzfristig können so Ungleichgewichte noch zunehmen, langfristig sollte ein natürliches Gleichgewicht entstehen, in dem jede Nation die Güter und Dienstleistungen produziert, die es wettbewerbshähig anbieten kann.

Besonders profitieren würden Exportnationen wie Deutschland, die bereits rege Handelsbeziehungen mit den USA pflegen – durch einheitliche Standards könnte dies weiter angekurbelt werden. Auf die Vorteile des Handels zwischen Volkswirtschaften wies Anfang des 19. Jahrhunderts der britische Ökonom David Ricardo hin und entwickelte das Ricardo Modell der komparativen Kostenvorteile).

Auswirkungen auf Wechselkurs Euro und Dollar?

Rege Handelsbeziehungen zwischen zwei Währungsräumen dürften auch dazu beitragen, dass die Wechselkursschwankungen reduziert werden. Innerhalb der europäischen Union ist man den Weg über feste Wechselkurse hin zu einer einheitlichen Währung, dem Euro, gegangen. Dies kann als die Vollendung der Wirtschafts- und Währungsunion betrachtet werden, mithin also ein noch höheres Niveau der wirtschaftlichen Integration als dies über ein Freihandelsabkommen realisiert wird. Fixierte Wechselkurse zwischen Euro und Dollar wären, wenn man dies zu Ende denkt, in weiter Ferne also vorstellbar. Bis Mitte der 1970er Jahre gab es das übrigens (Goldstandard, System von Bretton.Woods), so unrealistisch ist die Sache also nicht.,

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat mit Wirkung vom 8. Mai 2013 eine weitere Senkung des sogenannten Leitzinses (Main refinancing operations -fixed rate) vorgenommen. Damit ist dieser wichtige Zinssatz, der mittelbare Auswirkungen auf das Zinsniveau für Anleger hat, auf dem niedrigsten Stand seit der Einführung des Euro. Anleger müssen sich also auf weitere Niedrigzinsen für ihre Festgelanlagen einstellen.

Die Entscheidung zur Zinssenkung fasste der EZB-Rat am 2. Mai auf seiner Sitzung in Bratislava. Daneben wurden zwei weitere geldpolitischen Beschlüsse gefasst, nämlich dass der Zinssatz für die Einlagefazilität (d.h. die Einlagen der Banken bei der EZB) unverändert bei 0,00 % bleibt und dass der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität wird mit Wirkung vom 8. Mai 2013 um 50 Basispunkte auf 1,00 % gesenkt wird. Begründet wurde die Entscheidung durch EZB-Präsident Draghi mit den niedrigen Inflationsrisiken und der Notwendigkeit, Wachstumsimpulse für die schwächelnde europäische Konjunktur zu geben.

Wir meinen zur Zinssenkung der EZB:

Durch die Zinssenkung ist auf absehbare Zeit mit Minizinsen zu rechnen. Geldanleger können oft nicht einmal mehr den Wertverlust ihrer Anlage durch die Verzinsung, die ihnen ihre Bank gewährt, ausgleichen. Soll man deshalb sein Geld gleich ganz in den Konsum stecken? Das ist sicherlich nicht empfehlenswert. Und auch andere Anlagemöglichkeiten wie Immobilien oder Aktien sind auf den zweiten Blick nicht mehr ganz so attraktiv, da hier bereits ein Preisniveau erreicht wurde, das auf eine Überhitzung des Marktes deutet. Angesagt ist aktuell also, die eigenen Verluste so gering wie möglich zu halten, denn andere Alternativen gibt es nicht. Einzige Ausnahme ist der Goldkauf, doch hier sollte man nur einen moderaten Anteil des eigenen Vermögens investieren. Experten empfehlen hier 10 bis 20 Prozent des verfügbaren Anlagekapitals in Goldbarren zu „vergolden“.

Die Mercedes Benz Bank hat zum 15.03.2013 eine Senkung der Zinsen für ihr Festzinskonto vorgenommen. Bei allen Laufzeiten wurde der Zinssatz reduziert: Bei den Laufzeiten von drei, sechs, neun und zwölf Monaten um 1/10 Prozentpunkt, ebenso bei den längstmöglichen Laufzeiten von fünf und sechs Jahren. Bei den mittleren Laufzeiten gab es hingegen stärkere Zinsrückschritte.

Zinsen sinken immer weiter

Eine solche Zinssenkung ist keine große Überraschung angesichts des aktuellen Marktumfeldes. Wer bereits vor dem Tag der Zinssenkung ein Festzinskonto bei der Mercedes Bank unterhielt, für den ändert sich durch die Änderung nichts. Denn: Ein Festzinskonto wird immer mit dem Zinssatz verzinst, der bei Geldeingang auf dem Festzinskonto gültig ist. Ausschlaggebend ist also der Zeitpunkt des tatsächlichen Geldeingangs! Und ab dem kann eine Bank die Verzinsung über den vereinbarten Zeitraum nicht mehr ändern, was das Festgeld von anderen Anlageformen wie beispielsweise dem Tagesgeld unterscheidet.

Hier finden Sie die aktuellen Zinsen für das Festzinskonto der Mercedesbank.

Soll man bei diesen bescheidenen Zinsen noch einsteigen? Wenn Sie eine bessere Verwendung für Ihr Geld haben, nein. Aber welche Anlagen bieten sich denn im Moment noch an? Zwar ist der Aktienindex DAX auf einem Rekordhoch und könnte weiter steigen. Er könnte aber auch fallen, denn die Aktienkurse sind derzeit durch Unsummen von EZB-Geldern „gedopt“, für die eigentlich überhaupt keine Verwendung auf dem Markt besteht. Folglich sucht sich dieses Geld Möglichkeiten zur Anlage – und findet sie in Aktien und natürlich in Immobilien, deren Wert aktuell ja auch massiv steigt.


Mercedes-Benz-Bank Festzins

 

Und was ist mit Zypern?

Bei Festgeld hat man als Anleger eine sichere und planbare Rendite. Die neuesten Informationen zur Entwicklung in Zypern lassen zwar Zweifel aufkommen, inwieweit die Einlagensicherung tatsächlich „sicher“ ist. Doch dazu werden wir in einem gesonderten Beitrag eingehen, wenn klar ist, welches Ergebnis in Zypern herauskommt.

„Ein Silberstreif am Horizont ist erkennbar“, zeigte sich Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn heute ungewohnt optimistisch. Die Zeichen für eine konjunkturelle Erholung in der Euro-Zone mehrten sich, der ifo Indikator für das Wirtschaftsklima im Euroraum konnte im ersten Quartal 2013 nach zwei aufeinanderfolgenden Rückgängen wieder zunehmen, er stieg von 81,7 Punkten auf nun 95,1 Punkte. Hier die Analyse im Original.

Die Befragung der Experten, aus der der Ifo-Index erstellt wird, gab Raum für zusätzliche Fantasien : Die Experten sehen die Entwicklung für die nächsten sechs Monate so positiv wie seit fast zwei Jahren nicht mehr, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. In allen Ländern des Euroraums wird mit einer Verbesserung der Situation gerechnet – ausgenommen das aktuelle Problemkind Zypern, die bekannten Krisenländer Griechenland, Portugal und Spanien, sowie Österreich und Finnland – diese stabilen Tigerstaat aus dem Norden bzw. dem Herzen Europas sind ein Novum.

Der ifo-Analyse lassen sich auch Einschätzungen zur Inflation und Zinsentwicklung entnehmen:

„Die Inflationserwartungen der WES-Experten liegen im Euroraum für 2013 bei 2,1% p.a. und damit unter der von den Teilnehmern geschätzten Inflationsrate für das abgelaufene Jahr (2,4%). Die kurzfristigen Zinsen werden nach Ansicht der befragten Experten in den nächsten sechs Monaten weitgehend unverändert bleiben, die langfristigen Zinsen allerdings leicht anziehen. Die Mehrheit der Wirtschaftsexperten rechnet mit einem weitgehend stabilen Euro/US-Dollar Wechselkurs in den nächsten sechs Monaten.“

Hoffnungsvolle Signale aus den USA

Ebenfalls positive volkswirtschaftliche Signale gab es im Januar aus den USA: Dort erholt sich der Arbeitsmarkt merklich, im Januar schufen private Unternehmen 166.000 neue Stellen, was von Experten positiv aufgenommen wurde – auch wenn vor einem Jahr im Januar noch doppelt so viele neue Jobs geschaffen worden waren. Der viel beachtete Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe konnte auch zulegen und stieg von 50,2 auf 53,1 Punkte – der Wert von 50 wird als Schwellenwert zwischen Wachstum der Volkswirtschaft und Schrumpfung angesehen. Ein Ende der Krise der US-Wirtschaft hätte direkte Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaftsentwicklung und könnte global für eine Verbesserung der konjunkturellen Lage sorgen.

Abwarten und Tee trinken

Fazit: Es gibt also doch noch ein paar gute Nachrichten. Und eine Verbesserung der Wirtschaftslage wird auch die Nachfrage nach Kapital anheizen – und somit zu besseren Renditen am deutschen Festgeldmarkt führen. Weiter nach unten kann es ja auch nicht mehr gehen. Zumindest sehen die vom ifo-Institut befragten Experten keine Inflationsgefahr und zumindest für die langfristigen Zinsen eine leichte Steigerung.

Hier unser Zinsvergleich mit den aktuellen Minizinsen

Bleiben wir also gespannt und hoffen gemeinsam auf bessere Zeiten!

Über die 1822direkt Bank, eine Tocher der Frankfurter Sparkasse, haben wir in den vergangenen Jahren relativ selten berichtet. Angesichts der erneuten Zinssenkungsrunde bei der Bank of Scotland (für das Tagesgeldkonto) und den gerade reduzierten Zinssätzen der Mercedes Benz Bank für das Festzinskonto wird das Tagesgeldkonto der 1822direkt Bank plötzlich interessant: Denn hier lässt sich eine Verzinsung von 1,85 Prozent p.a. realisieren, und das ohne Mindestanlage!



1822direkt - Die clevere Direktbank der Frankfurter Sparkasse

Tagesgeld der 1822direkt – eine Überlegung wert

Die hessische Direktbank garantiert zudem die Zinsen für einige Monate im Vorraus, was den Anleger vor kurzfristigen unerfreulichen Überraschungen schützt – denn ein Tagesgeldkonto bietet nicht nur dem Anleger Flexibilität, sondern auch der Bank, die grundsätzlich täglich ihre Zinssätze ändern kann. Diese Gefahr besteht bei der 1822direkt Bank nicht, der Zinssatz wird üblicherweise über einen Zeitraum von ca. fünf bis sechs Monaten fixiert.

Tagesgeldkonten bieten sich angesichts des unklaren Marktumfeldes ohnehin an, denn wenn die Politik des „billigen Geldes“ einmal wieder vorbei sein sollte, werden auch die Zinsen erneut steigen. Denn das aktuelle Zinsniveau reicht gerade aus, um der Geldentwertung einigermaßen entgegenzuwirken – und das kann kein Dauerzustand sein.

Die Mercedes Benz Bank hat für den 16. Januar 2013 eine weitere Zinssenkung angekündigt, nachdem zuletzt im September 2012 an der Zinsschraube gedreht worden war. Je nach Laufzeit werden die Konditionen um 0,2 bis 0,4 Prozentpunkte reduziert, gab die zum Daimler-Konzern gehörende Geschäftsbank bekannt. Die zukünftig geltenden Konditionen werden wir zeitnah in einem gesonderten Beitrag vorstellen und dann auch das Profil des Mercedesbank Festzinskontos aktualisieren.

Zinsen – es geht weiter abwärts

Damit setzt sich die seit mehreren Jahren erkennbare Zinssenkungsdynamik auf dem deutschen Festgeldmarkt fort. Die finanzielle Ausstattung der Banken ist derzeit äußerst komfortabel, daher besteht kein Interesse und grundsätzlich auch gar kein Bedarf, das Geld privater Anleger durch hohe Zinssätze anzulocken. So sieht es leider im Moment aus, und kurzfristig ist auch keine Besserung in Sicht.

Wer noch von den höheren Konditionen der Mercedes Benz Bank profitieren möchte, sollte bis zum 15. Januar 2013 ein Festgeldkonto eröffnen – und sich so über die gesamte Laufzeit (bis maximal sechs Jahren) die höheren Zinssätze sichern.


Mercedes-Benz-Bank Festzins

Unsere Einschätzung: Auch 2013 werden wir keine steigende Zinssätze erleben, bestensfalls stagnierende oder sogar fallende Zinsen. Daher macht es keinen Sinn, auf ein besseres Zinsumfeld zu warten, zumal das Inflationsrisiko aktuell gering ist.

Das Team von Festgeld-Test.com wünscht allen Seitenbesuchern (in der Regel sind das wohl Festgeldanleger) eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit.

Für das kommende Jahr 2013 wünschen wir viel Glück, nicht nur mit der Geldanlage. Und ja, 2013 wird sicherlich ein besseres Jahr für Festgeld als 2012, darüber sind wir uns alle einig.

Ihre Festgeldblogger von Festgeld-Test.com

Ihre Erfahrungen
Sie konnten bereits Erfahrungen mit Festgeld sammeln? Verlief die Eröffnung eines Festgeldkontos unkompliziert - oder haben Sie vielleicht schlechte Erfahrungen gemacht und würden keinen Euro mehr auf einem Festgeldkonto anlegen, da sie enttäuscht wurden?

Helfen Sie anderen privaten Anlegern durch ausführliche Kommentare, egal ob zu konkreten Produkten (Festgeld, Tagesgeld) oder allgemein zur finanzpolitischen Entwicklung. Vielen Dank!
Festgeld-Zitat
"Der eine spart, der andere braucht Geld, das er noch nicht hat. Das muss organisiert werden. Das nennt man Bank. So einfach ist das."

Wolfgang Schäuble, Finanzminister

Festgeld-Test.com: Wir sorgen für den Überblick!