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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat heute eine Senkung des Leitzinssatzes angekünditg: auf gerade einmal 1,0 Prozent soll der wichtige Wert abgesenkt werden. Grund dafür seien die sich ein-trübenden Konjunkturaussichten in der Eurozone, die wiederum maßgeblich durch die Staatsschuldenkrise ausgelöst wurde.
Für das kommende Jahr 2012 rechnet die EZB nur noch mit einem Wirtschaftswachstum des BIP in Höhe von 0,3 Prozent, was kaum noch als Wachstum bezeichnet werden kann.
Ging die EZB, die im September noch von einem Wachstum von 1,3 Prozent für 2012 ausgegangen war, sieht also pessimistisch in die Zukunft. Erst 2013 dürfte es nach den Prognosen der EZB-Banker wieder etwas aufwärts gehen, 1,3 Prozent Wirtschaftswachstum werden prognostiziert.
Die Inflationsrate werde trotz des schwachen Wachstums im kommenden Jahr über dem Zielwert (2 Prozent) bleiben. Für das endende Jahr 2011 sei mit einer Teuerungsrate von 2,7 Prozent im Euroraum zu rechnen.
In Griechenland hat ein Run auf die Banken eingesetzt. Wie SPIEGEL ONLINE unter Berufung auf eine Studie der Commerzbank berichtet, haben die griechischen Bürger in den vergangenen drei Monaten fast acht Milliarden Euro von ihren Sparkonten abgehoben und in die Schweiz, nach Zypern und Großbritannien überwiesen. Transaktionen in dieser Größenordnung kenne man sonst nur von bei Bankenkrisen in Schwellenländern.
Die Kreditwürdigkeit Griechenlands hat sich dramatisch verschlechtert. Die griechische Regierung muss für Staatsanleihen derzeit 3,9 Prozentpunkte höhere Zinsen zahlen als beispielsweise Deutschland – die höchste Differenz seit dem Eintritt des kleinen Balkanstaates in die Euro-Zone.
Auch der Wert des Euro leidet unter der Griechenland-Krise – gegenüber dem US-Dollar ist die Gemeinschaftswährung auf einen Kurs von unter 1,34 Dollar je Euro abgerutscht. Der stärker werdende Dollar macht Geldanlagen im US-Währungsraum wieder attraktiver. Früher oder später könnte sich auch die EZB genötigt sehen, den Euro durch eine Anhebung des Leitzins wieder international attraktiver zu machen – zumal ja die Konjunktur langsam, aber sicher wieder anzuziehen scheint.
In einem schöne Beitrag wird heute in der FAZ (Online-Ausgabe) eine Idee aufgegriffen, die auch hier schon geäußert wurde: Die Zinsen dürften bald wieder steigen.
Der Artikel mit dem eingängigen Titel Bereitmachen zur Wende weist zutreffend auf eine bereits erfolgte Erhöhung des Leitzinses in Australien hin – ein erstes Zeichen für eine globale konjunkturelle Belebung. Der Europa-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, wird von der FAZ mit folgender Aussage zitiert:
„Im nächsten Sommer, im dritten Quartal, heben dann auch die amerikanische Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank ihre Zinsen an – vermutlich ziemlich gleichzeitig.“
Ob man das jetzt schon so genau sagen kann, möchten wir einmal offen lassen. Doch dass der konjunkturelle Tiefpunkt erreicht scheint, sowohl in den USA als auch in der EURO-Zone, darüber sind sich die Experten mehr oder weniger einig. Lediglich das Tempo, mit dem wir den Vor-Krisen-Stand wieder erreichen können, wird unterschiedlich eingeschätzt.
Im Falle Deutschlands könnten sich die Arbeitslosenzahlen im Winter und Frühjahr 2010 massiv erhöhen – insbesondere dann, wenn Betriebe es nicht schnell genug schaffen, wieder Fuß zu fassen und Arbeitnehmer, die derzeit in der Kurzarbeit “geparkt” sind, entlassen müssen. Denn dieser Zustand ist natürlich nicht langfristig aufrecht zu erhalten.
Im Juni 2009 waren bundesweit 1.433 Millionen Arbeitnehmer von Kurzarbeit betroffen – Männer übrigens überproportional, jeder siebte Mann musste kurzarbeiten. Das sind wahrhaft große Zahlen. Sollte ein größerer Teil hiervon seinen Arbeitsplatz verlieren, und davon muss man ausgehen, wird das auch die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland bremsen.
Doch zurück zum Leitzins, der ja auch mittelbaren Einfluss auf die Zinsen für Festgeld hat. Die EZB orientiert sich in ihren Entscheidungen, die im EZB-Rat getroffen werden, zuvorderst an der Inflationsrate. Diese soll in einem gewissen Korridor gehalten werden, ein Mindestmaß an Inflation darf nicht unterschritten, eine Höchstgrenze aber auch nicht überschritten werden – sonst muss die EZB reagieren.
Ein im FAZ-Artikel zitierter Experte rät aufgrund dieser allgemeinen Unsicherheit (wobei Zinserhöhungen auf jeden Fall kommen werden) zu einer Anlage entweder in Tagesgeld oder in Festgeld mit einer kürzeren Laufzeit.
Unser Tipp: Nicht alles auf eine Karte setzen.
Wir könne Ihnen aufgrund der unübersehbaren Lage nur raten, nicht ihr gesamtes liquides Vermögen in ein einziges Produkt zu investieren. Natürlich müssen hier viele individuelle Faktoren bedacht werden, etwa ob Sie das Geld jetzt schon komplett zur Verfügung haben oder erst nach und nach einsteigen möchten, was für Konsumausgaben in den nächsten Jahren anstehen, usw..
In den meisten Fällen würden wir zu einer teilweisen Anlage in ein Tagesgeldkonto raten, auch wenn hier die Zinsen nicht fixiert sind und sogar nochmals sinken könnten, der Rest sollte aber in Festgeld – evtl. auch in mehrere Festgeldprodukte – investiert werden.
Denn höhere Zinsen bei einer höheren Geldanlage gibt es nur selten, bei Mercedes Benz Bank, VW-Bank oder SEB Bank macht es gar keinen Unterschied, ob Sie 50.000 Euro in Festgeld anlegen, oder fünf mal 10.000 Euro in Festgeld investieren – der Zins ist identisch, und Gebühren fallen ohnehin keine an.
Bei einer Stückelung in mehrere Festgeldanlagen könnten Sie beispielsweise 20.000 Euro für einen Zeitraum von 1 Jahre anlegen, 10.000 Euro für 2 Jahre und nochmals 20.000 für 3 Jahre – so erreichen Sie auch bei der Geldanlage Festgeld ein gewisses Maß an Flexibilität, denn wenn praktisch jährlich eine Festgeldanlage ausläuft, können Sie entscheiden, wie Sie das Geld weiter investieren oder komsumieren möchten. Wobei Sie natürlich jederzeit ein Festgeldkonto (bei einem Zinsverlust, der je nach Bank unterschiedlich ausfällt) auflösen dürfen, d.h. an das Geld “rankommen” – bei einer gestückelten Anlage haben Sie so aber einen geringeren Zinsverlust, da der Zinsausfall nicht Ihr gesamtes Anlagevermögen betrifft.
Wir sehen im Festgeld nach wie vor eine sehr gute Anlageform, bei größeren Summen sollten Sie unserer Meinung nach stückeln und die Geldanlage mit einem Tagesgeldkonto ergänzen. Nutzen Sie auch unseren Festgeld-Vergleich, um die passenden Festgeldangebote zu finden.